Digitalisierung für UnternehmenDie Digitalisierung in Unternehmen ist keine Randerscheinung oder eine Modewelle. Wenn ein Unternehmen die Digitalisierung als lästige Nebenbeschäftigung oder als unnütz abtut, wird es eines Tages schmerzerfüllt aufwachen und merken, dass der Zug abgefahren ist.

Das beste – beziehungsweise schlechteste – Beispiel der Digitalverweigerer sind Firmen, die Produkte immer noch ausschließlich analog vertreiben. Dabei geht es schon lange nicht mehr nur um die Zielgruppe der Endverbraucher, die „unterhaltsames Online Shopping“ wollen, sondern auch der Großhandel (B2B) muss sich digital aufstellen. Wer also ausschließlich auf analoge Vertriebsmöglichkeiten setzt und Online Shops sowie E-Commerce-Lösungen kategorisch ablehnt, wird sich irgendwann umschauen und im schlimmsten Fall dem Insolvenzverwalter in die Augen blicken.

Es genügt nicht mehr, nur eine schicke Website zu haben. Die Notwendigkeit eine attraktive und mehr als nur funktionale E-Commerce-Lösung zu haben, ist nicht mehr vermeidbar oder verschiebbar. Die Generation der Einkäufer in Unternehmen, die digital aufgewachsen sind, befinden sich (altersbedingt und zahlenmäßig) stetig auf dem Vormarsch – und bald wird die telefonische Order oder etwa eine Faxbestellung zu den historischen Relikten der Offline-Ära gehören. Im Digitalen liegen Wettbewerbsvorteile, die man nutzen muss. Ansonsten kann es sogar existenzbedrohlich werden, wenn man sich die Digitalisierung nicht zunutze macht.

23% der mittelständischen Unternehmen haben keine zentrale Digitalstrategie und riskieren damit, den Anschluss an die Marktentwicklung zu verpassen.

Die Digitalisierung lässt sich nicht mit einem Fingerschnippen umsetzen

Woran scheitert die Digitalisierung in den Unternehmen (noch)? Mangelhaftes Wissen der Notwendigkeit ist weniger der Grund als das fehlende Know how zur Umsetzung. Die digitale Transformation ist eine Herausforderung für jedes Unternehmen. Daher benötigt man eine zentrale Digitalstrategie.

Zurzeit schwirren den Entscheidungsträgern und Verantwortlichen in den Unternehmen die Begriffe um die Ohren: Online Shop, Cloud Computing, Daten-Analyse, Big Data, Security, Cyber-Attacken und so weiter. Doch solange es (gut) geht, stecken viele Unternehmen den analogen Kopf in den digitalen Sand. Die Überforderung mit dem Thema sollte besser schnellstens umgemünzt werden auf „Herausforderung“. Ebenso sollte man nicht nur die Probleme und Nachteile sehen, sondern an Lösungen arbeiten, die einem vorteilshaft die Digitalisierung ermöglichen.

55% der mittelständischen Unternehmen sehen die digitale Transformation als eine der zentralen Herausforderungen an.

Der Weg in die Digitalisierung10 Punkte für den richtigen Weg in die Digitalisierung

  1. Die Digitalisierung ist hoch aufzuhängen, da sie eine strategische Relevanz hat – Chefsache.
  2. Die Einbindung aller Mitarbeiter ist wichtig. Aus den besten Mitarbeitern bildet man das Unternehmens-Digitalteam, das man mit ausreichenden Ressourcen ausstattet (finanziell, räumlich, zeitlich).
  3. Die Reihenfolge bei der Digitalisierung einhalten: Zuerst eine Prozess-Analyse, darauf folgt die Auswertung und daraus ergibt sich die Digitalstrategie.
  4. Die Beauftragung von externen Spezialisten und Dienstleistern ist in einigen Bereichen der Digitalisierung unumgänglich. Teilweise kann man vom Know how der Startups oder „frischen Gründern“ profitieren.
  5. Digitale Kompetenz wird Voraussetzung. Neue Mitarbeiter sollten dieses Wissen und die Einstellung zum digitalen Workflow mitbringen, vorhandene Mitarbeiter werden durch Weiterbildung qualifiziert.
  6. Die Kunden und Lieferanten stehen bei der Digitalisierung im Mittelpunkt. Lösungen werden immer gemeinschaftlich erarbeitet und zum Vorteil beider Seiten umgesetzt.
  7. Big Data richtig und sicher nutzen. Gute Effekte sind Steigerung der Qualität von Produkten und Service. Gefahren gibt es beim Datenschutz; hierfür benötigt man Expertenwissen und die richtige Versicherung in Schadenfällen.
  8. Nicht nur die Anpassung der Prozesse, sondern auch die ganzheitliche Betrachtung eigener Geschäftsmodelle gehört zur digitalen Transformation. Entwickeln Sie neue digitale Produkte und digitale Lösungen.
  9. Neue Technologien kommen zum Einsatz. Achten Sie darauf, dass Sie nur aktuelle Hard- und Software einsetzen. Beobachten Sie neue Technologietrends und prüfen Sie diese für Ihr Unternehmen.
  10. Denken Sie ab heute digital, auch wenn Ihr Unternehmen in der analogen Welt von Produkten zu Hause ist. Wie bieten Sie Services mit Mehrwert für Ihre Kunden – auch ohne große Investitionen in Sachwerte?

Die Digitalisierung ist ein Motor für alle Seiten

Bisher haben wir die Unternehmensseite stärker beleuchtet. Es muss also von den Unternehmen gelebt und geliebt werden, dass sowohl die Digitalisierung von Geschäftsprozessen als auch von Geschäftsmodellen sinnvoll voranschreitet. Etablierte Unternehmen und konservative Werte sollen dabei erhalten bleiben und nicht zerstört werden. In der Digitalen Transformation liegen Chancen und Risiken.

Wie schon angedeutet, liegt bei der Digitalisierung im Mittelstand ein großes Auftrags-Potential für Freiberufler und Dienstleister vor. Das ist die Chance für beide Seiten. Die Unternehmen benötigen Hilfe von außen. Sei es der Anschub zur Umsetzung mit passenden Digital-Strategien oder auch die regelmäßige Betreuung. Es gibt keinen klaren Endpunkt bei der Digitalisierung, da sie ständig voranschreitet und sich Technologien weiter entwickeln.

Das Risiko in der Digitalisierung für die Unternehmen sowie den beauftragten Freiberuflern und Dienstleistern liegt ganz klar beim Datenschutz und der Absicherung gegen Datenverlust beziehungsweise Datenmissbrauch von Unternehmensdaten. Das Ziel der Digitalisierung für die Unternehmen sollte sämtliche Aspekte beinhalten: Wettbewerbsfähigkeit erhalten oder steigern, Flexibilität und Agilität steigern und Verbesserung der Leistungsfähigkeit bei höherer Produktivität und Senkung der Kosten durch digitale Prozesse.

 

Weiterführende Links zum Thema:

Quelle des Zahlen- und Datenmaterials: Bitkom. Erhoben bei einer repräsentative Befragung von 504 Geschäftsführern und Vorständen deutscher Unternehmen ab 20 Mitarbeitern, darunter 471 Unternehmen mit 20-499 Mitarbeitern.

 

Nicole Y. JodeleitAutorin dieses Beitrags:

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Online-Kommunikation und schreibt auf verschiedenen Corporate Blogs über unterschiedliche Themen. Auf dem eigenen Blog Auto-Diva hat sie ihr Interesse für Autos und Technik zur Passion gemacht.