Nach sechs Jahren öffnet die internationale Crowdfunding-Plattform Kickstarter die Pforten für deutsche Projekte.

Neben Indiegogo ist Kickstarter mit 8,6 Millionen Backern und bislang über 84.000 erfolgreich finanzierten Projekten die größte Crowdfunding Plattform der Welt. An den Start ging die Plattform mit Hauptsitz in den USA bereits 2009. Jetzt, sechs Jahre später, öffnet die erfolgreiche Crowdfunding-Plattform am 12. Mai ihre Pforten auch für deutsche Projekte – und löst damit Euphorie bei Deutschlands Entrepreneurs aus.

Bereits mehr als 90 Live-Projekte (Stand: 13.05.2015) warten auf finanzielle Unterstützung durch Privatleute, die von dem Erfolg der kreativen Idee überzeugt sind. Einige der deutschen (sowohl berufliche als auch private) Projekte stoßen schon am ersten Tag auf große Beachtung – hier ist die aktuelle Top 5:

  • Albert Einstein Font: zu 217% finanziert. Harald Geisler and Elizabeth Waterhouse aus Frankfurt bekommen bereits jetzt finanzielle Unterstützung von über 1.400 Backern, um eine Schrift (Font) zu entwickeln, die auf Albert Einsteins Handschrift basiert.
  • USB ChargeDoubler: zu 56% finanziert. Der USB ChargeDoubler verspricht Mobiltelefone schneller aufzuladen. Knapp die Hälfte des benötigten Budgets wurde bereits generiert.
  • Legends of Pixelia: zu 105% finanziert. Legends of Pixelia ist ein Action-Role-Playing-Game, das retro Pixelart mit modernen Spielmechaniken verbindet. Florian Siemer aus Berlin benötigt $35.000 zur Fertigstellung des Spiels – und bekommt diese auch.
  • Use Your HEAD!: zu 100% finanziert. Katherine Evans stellt dank Kickstarter Ihr Tanzprojekt „Use your HEAD!“ auf die Beine – sie kann sich über $4.000 freuen.
  • German Music Festival: zu 100% finanziert. Marcus Koperski hat es geschafft, durch Crowdfunding eine Reise zu einem Musikkonzert zu finanzieren – ein schönes Beispiel dafür, dass Backer auch für private Anliegen ein offenes Ohr haben.

Die bunte Auswahl an Projekten, die bereits sehr erfolgreich von der Kickstarter Community unterstützt werden, zeigt, dass kreativen Ideen keine Grenzen gesetzt sind.

Dennoch sollte Crowdfunding als Mittel zur Kapitalgewinnung für Startups und Existenzgründer mit Vorsicht genossen werden. Obwohl einige Projekte Erfolg haben, ist es sehr leicht, in der großen Masse an Projekten unterzugehen. Marketing und Word-of-Mouth sind ausschlaggebend, um genug Backer auf eine Kickstarter-Kampagne aufmerksam zu machen. Daher macht es Sinn, in der Gründungsphase – sei es als Unternehmen oder als Freelancer – alternative Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht zu ziehen.