AMP bei Websites nicht verschlafenAMP für mobile Websites – ein Trend, den man nicht verschlafen darf?

Sind Sie auch schon über den Begriff AMP gestolpert und waren sich unsicher, ob Sie sich ausführlicher und intensiver damit beschäftigen müssen? Jeder dritte Internetnutzer (30 Prozent) ist heute laut einer aktuellen repräsentativen Bikom-Umfrage privat hauptsächlich mit dem Smartphone online. 2016 waren es noch 20 Prozent. Innerhalb nur eines Jahres ist der Anteil also um die Hälfte gestiegen – mit der Tendenz aufwärts. Wenn Sie eine Website haben, dann sollten Sie sich damit auseinandersetzen, wie sie für Smartphone-Nutzer gut erreichbar ist.

  • Was ist AMP?
  • Für welche Website-Betreiber lohnen sich die „Accelerated Mobile Pages“ richtig?
  • Ist die Technologie zur Beschleunigung mobiler Websites auch für Ihr Business wichtig?

Mit diesen Fragen möchten wir uns beschäftigen, damit sie wichtige Entwicklungen bei der Optimierung Ihrer Website für Google optimal nutzen können.

Was ist AMP?

Die Abkürzung steht für Accelerated Mobile Pages. Wörtlich übersetzt versteht man darunter „beschleunigte mobile Seiten“. Die Technologie ist Open Source (quelltextoffen), das heißt, jeder kann sie ohne weitere Kosten nutzen. Das Ziel liegt darin, Ladezeiten von Webseiten auf ein Minimum zu reduzieren. Dabei geht es ausschließlich um die Darstellung auf mobilen Geräten. Diese erfolgt dann, der Geschwindigkeit zuliebe, in stark reduzierter Form. Nutzer am Desktop-Browser sehen die so optimierten Varianten von Websites jedoch nicht. Sie landen stattdessen stets auf der normalen Version der Website ohne AMP-Optimierung.

Die mobile Nutzung steigt bei den meisten Webseiten rasch an. Mit AMP kann man den Besuchern ein noch schnelleres mobiles Nutzungserlebnis bieten.

AMP BeispielFolgender Vorteil entsteht, wenn man die eigene Website zusätzlich als AMP-Version ausliefert: Die mobilen Darstellungen von Websites werden schon in der Google-Suche sowie bei Bing (Microsoft-Suchmaschine) in den Suchergebnislisten vorgeladen. Man erkennt diese AMP-Artikel am entsprechenden Kürzel und einem vorangestellten Blitz-Symbol (siehe Abbildung).

Beim Vorladen der AMP-Seiten, wenn man sich noch in der Suchergebnisansicht befindet, ist die Datenmenge sehr reduziert. Es werden nur der Text und das simple Grundgerüst der Seite übertragen. Erst, wenn man auf die so teilweise vorgeladene Website klickt, kommen die restlichen Daten hinzu und Bilder, Videos und auch Werbung (Banner) werden geladen. Alles ist also sehr auf Sparsamkeit getrimmt.

Jetzt stellt sich die Frage, ob es einen Unterschied zwischen der „Responsiveness“ bei mobilen Websites und AMP gibt. Ja, den gibt es, und er ist erheblich. Wenn eine Website „responsive“ ist, so heißt dies lediglich, dass ihre Darstellung auf allen möglichen mobilen Geräten optimiert wurde. Das ist bei AMP-Websites immer der Fall. Zusätzlich geht es bei AMP-Websites primär um eins: Geschwindigkeit und ein besonderes Format. Dabei ist zu beachten, dass einige technische Voraussetzungen im Quellcode (HTML, CSS, Javascript) und die Grafikbereitstellung anders sind.

screenshot Validator AMP Project

Geschwindigkeit statt Design-Extras

AMP-Websites müssen schnell sein. Sie verzichten daher auf viele Design-Extras. Schlanke Skripte sind gefragt. Die Elemente einer Website, also HTML, CSS und Javascript, müssen bestimmte Vorgaben erfüllen. Beispielsweise muss Google sofort wissen, wie groß die Bilder sind. Dies wird vorab im Quelltext festgelegt. Zudem darf das CSS nur direkt („inline“) im HTML-Code erscheinen. Es gibt hier keine externen CSS-Dateien. Skripte, die beim Benutzer im Browser nachgeladen werden, sind verboten. Es ist nur der Einsatz von asynchronem Javascript möglich. Ein spezieller AMP-Cache sorgt zusätzlich für Geschwindigkeit.

Eventuell verstehen Sie beim Absatz zuvor nur „Bahnhof“? Ihnen sind die technischen Bedingungen nicht geläufig? Das ist nachvollziehbar, wenn Sie noch nie mit Webdesign „unter der Motorhaube“ zu tun hatten. Dann lassen Sie sich am besten von einem Spezialisten helfen. Immerhin: Als Website-Betreiber müssen Sie für AMP keine neuen Inhalte erstellen. Sie optimieren nur die Auslieferung.

Für WordPress gibt es bereits AMP Plugins

Am einfachsten haben es erfahrene WordPress-Nutzer: Für dieses am weitesten verbreitete Content Management System (CMS) gibt es schon AMP Plugins. Diese Erweiterungen nehmen Ihnen die meiste Arbeit beim Einrichten ab. Das ist längst nicht bei allen CMS und Shopsystemen der Fall.

Ein Video erklärt mehr als tausend geschriebene Worte. Hier wird (auf englisch) anschaulich erklärt, was hinter AMP steckt:

Für wen ist AMP wichtig?

Schon jetzt sollten sich alle Newsportale darum kümmern, möglichst schnell AMP-Website-Versionen zu integrieren – falls noch nicht geschehen. Denn laut Bitkom ist für knapp zwei Drittel der Internetnutzer (63 Prozent) ihr Smartphone das bevorzugte Gerät, um Nachrichten zu lesen, zum Beispiel im Browser oder per App. Die Kennzeichnung (Blitzsymbol und AMP-Kennzeichnung) verheißt eine bessere Positionierung und Sichtbarkeit in den Suchergebnissen der mobilen Nutzer. Das kann sich in höheren Besucherzahlen äußern und damit in Cent und Euro auszahlen.

Zukünftig sollten Websites, die text- oder datengetrieben sind, auf eine AMP-Ausgabe nicht verzichten – so meine Prognose. Dazu werden auch Onlineshop-Systeme gehören. Denn der shoppinglustige Smartphone-Nutzer wird übersichtliche und schnell ladende Onlineshops besuchen, wenn diese bevorzugt in der Ergebnisliste seiner Suche angezeigt werden.

Keine Lösung für stark design-orientierte mobile Websites

Gehören Sie nicht zu den beiden AMP-Zielgruppen „News“ oder „Onlineshops“, dann heißt das nicht, dass Sie AMP sofort wieder vergessen sollten. Falls AMP für Sie technisch gut umsetzbar ist, können Sie schon jetzt versuchen, einen Teil vom AMP-Kuchen abzubekommen.

Sollte Ihre Website auch in der mobilen Version stark auf die optische Wirkung abzielen, verzichten Sie lieber auf AMP. Was nützt Ihnen eine schnelle Darstellung, wenn die von Ihnen erwünschte optische und beeindruckende Wirkung gegen Null geht? Setzen Sie in diesem Fall auf ein tolles Responsive Design und erfüllen die visuellen Erwartungen Ihrer Besucher/innen.

Schnell-Checkliste für AMP

  • Schauen Sie in Statistik- und Analysetools nach, inwieweit der mobile Traffic für Sie relevant ist.
  • Erzielen Sie Vorteile in den Suchmaschinen durch den Einsatz von AMP?
  • Wie sind Ihre Inhalte aufgebaut und werden auf mobilen Geräten dargestellt?
  • Ist ein aufwendiges Design wichtig? Oder sind die Inhalte im Vordergrund und bieten den Mehrwert, der eine AMP-Darstellung rechtfertigt?

AMP für WordPress

Für WordPress-Nutzer möchte ich dieses Tutorial empfehlen. Ein wenig tüfteln werden Sie sicher müssen, bis der AMP Validator keine „Fehler mehr anmeckert“ und alles auf Anhieb perfekt läuft. Darum wünsche ich: Viel Glück beim Testen und Debuggen und viel Erfolg mit Ihrer schnellen AMP-Website.

 

Linktipps und Informationsquellen

 

Nicole Y. JodeleitAutorin dieses Beitrags:

Nicole Y. Jodeleit ist Freiberuflerin für Online-Kommunikation und schreibt auf verschiedenen Corporate Blogs über unterschiedliche Themen. Auf dem eigenen Blog Auto-Diva hat sie ihr Interesse für Autos und Technik zur Passion gemacht.